Unsere Aufgabe ist es, Kinder und deren Familien sowie Erwachsene zu begleiten, zu beraten, zu fördern und zu unterstützen. Der Grad der Unterstützung ist von Fall zu Fall verschieden und orientiert sich am jeweiligen Auftrag der KESB. Kompass für unsere Arbeit ist der jeweilige Unterstützungsbedarf sowie ein möglichst hoher Grad an Selbstbestimmung.
Was ist ein Mandatsträger, eine Mandatsträgerin?
Mandatsträger/innen werden Personen genannt, welche durch eine Verfügung der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde mit der Betreuung von Personen beauftragt werden (Mandatsträger/innen = Beistand, Beiständin oder Vormund, Vormundin).
Zu Mandatsträger/innen können, je nach Wunsch und Bedarf, Berufsbeistandspersonen, Privatbeistandspersonen, Angehörige sowie in spezifischen Fällen, Fachbeistandspersonen ernennt werden.
https://www.vbbrb.ch/files/files_vbbrb/newsarchiv/Anforderungsprofil_BB_SVBB_de_def_V20170914.pdf
Wer benötigt einen Beistand, eine Beiständin?
Jede Massnahme wird von der KESB eingehend geprüft und exakt auf die Bedürfnisse der Betroffenen massgeschneidert. Es wird so wenig wie möglich aber soviel wie nötig unterstützt.
Grundlage für die Kindes- und Erwachsenenschutzmassnahmen bildet das Schweizerische Zivilgesetzbuch (ZGB).
Wie erhalte ich einen Beistand, eine Beiständin?
Definition Schwächezustand?
- Geistige Beeinträchtigung
- Psychische Beeinträchtigung (u.a. auch Suchterkrankung)
- Ähnlicher in der Person liegender Schwächezustand (z.B. vorübergehende Urteilsunfähigkeit oder örtliche Abwesenheit, extreme Fälle von Unerfahrenheit, Unwilligkeit oder Verschwendung)
Definition Schutzbedürftigkeit?
Definition Urteilsfähigkeit / Handlungsfähigkeit?
Handlungsfähig sind Personen die volljährig und urteilsfähig sind.
Begleitbeistandschaft (Art. 393 ZGB)
Diese Beistandschaft wird nur mit Zustimmung der betroffenen Person errichtet, wenn diese für die Erledigung bestimmter Angelegenheiten begleitende Unterstützung braucht. Der Beistand, die Beiständin ist nur Berater, Beraterin. Die Handlungsfähigkeit wird nicht eingeschränkt.
Vertretungsbeistandschaft (Art. 394 ZGB)
Eine Vertretungsbeistandschaft wird errichtet, wenn eine Person wichtige Angelegenheiten (z.B. Administration, allgemeine Lebensführung, etc.) nicht mehr selbst erledigen kann und dadurch eine Schutzbedürftigkeit vorliegt. Die Beiständin, der Beistand kann die betroffene Person in den von der KESB definierten Bereichen vertreten. Die betroffene Person bleibt selbst handlungsfähig. Schadet sich die Person damit, kann die KESB die Handlungsfähigkeit in einzelnen Bereichen einschränken.
Vertretungsbeistandschaft mit Vermögensverwaltung (Art. 395 ZGB)
Diese Form der Beistandschaft wird von der KESB verfügt, sofern eine Person, in Verbindung mit einer Vertretungsbeistandschaft nach Art. 394 ZGB, auch in der Verwaltung ihres Einkommens und Vermögens vertreten werden muss.
Mitwirkungsbeistandschaft (Art. 396 ZGB)
Die Mitwirkungsbeistandschaft ist für Personen gedacht, welche zwar selber handlungsfähig sind, sich aber durch einzelne Handlungen selber schaden können (z.B. Abschliessen von Verträgen, Aufnahme von Darlehen, etc). Die einzelnen, klar definierten Geschäfte können nur zusammen mit der Beiständin oder dem Beistand rechtsgültig getätigt werden.
Umfassende Beistandschaft (Art. 398 ZGB)
Diese weitreichendste Beistandschaft wird bei Personen angeordnet, welche aufgrund einer geistigen oder psychischen Beeinträchtigung, dauerhaft nicht mehr realitätsbezogen urteilen können und dadurch besonders hilfs- und schutzbedürftig sind. Die Handlungsfähigkeit ist den betroffenen Personen in praktisch allen Lebensbereichen vollständig entzogen. Ausnahme bilden die höchstpersönlichen Rechte gemäss Schweizerischem Zivilgesetzbuch (ZGB). Die umfassende Beistandschaft wird nur noch in Ausnahmefällen angewendet. Primär soll der nötige Schutz mit den vorangehend beschriebenen, milderen Formen von Beistandschaften (einzeln oder kombiniert) sichergestellt werden.
Für Kinder werden Beistandschaften dann errichtet, wenn deren Wohl stark gefährdet oder sie in einer Angelegenheit eine Vertretung benötigen, die aus bestimmten Gründen nicht durch die Eltern wahrgenommen werden kann (z.B. örtliche Abwesenheit, Interessenkollision). Die Beiständin, der Beistand wird je nach Situation beauftragt, die Eltern zu vertreten, den Eltern in der Erziehungsaufgabe mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, bei getrennt lebenden Eltern ein Besuchsrecht sicherzustellen und zu überwachen, das Kind in der Wahrung des Unterhaltsanspruches oder bei der Klärung der Vaterschaft zu vertreten oder bei Kindern, die nicht bei den Eltern leben können, für die Obhut besorgt zu sein.
Vormundschaft (Art. 327a ZGB)
Wenn Eltern verstorben sind oder diese aus anderen Gründen (z.B. Minderjährigkeit, geistige Beeinträchtigung) das Sorgerecht nicht wahrnehmen können, erhält das Kind eine Vormundin, einen Vormund. Diese/r sorgt für die geeignete Unterbringung des Kindes und vertritt es anstelle der Eltern vollumfänglich.